Gusseisernen Locher hergestellt und dabei Betriebsluft geschnuppert

Remchingen-Nöttingen (zac). Zum gusseisernen Tesa-Abroller gesellt sich zwei Jahre später ein edler, voll funktionsfähiger Locher, den die Achtklässler der Remchinger Carl-Dittler-Realschule Hand in Hand mit der Gießerei Casper und dem Fräsmaschinenhersteller Kunzmann in Nöttingen gefertigt haben. Mit strahlenden Gesichtern durften die Schüler des Profilfachs Technik mit Fachlehrer Siegfried Guigas und Schulleiter Jürgen Libicher am Freitagmorgen die 65 Bürogeräte in Empfang nehmen, deren Entstehung sie mehrere Monate lang aktiv begleiten durften.
Alles begann beim Entwurf, zunächst als Skizze, dann zusammen mit Casper-Mitarbeiter Matthias Herrmann als dreidimensionales Styropormodell und Negativ gefertigt. „Dass es am Ende mein Modell geworden ist, ist eine riesige Überraschung für mich”, freute sich Janina Fuchs aus Wilferdingen, deren Idee den Experten auch aufgrund der praktikabelsten Gießbarkeit am besten gefiel. Weiter ging es mit den beiden Gussteilen bei der Firma Kunzmann, wo vor allem die Jungs gefragt waren, um unter fachkundiger Betreuung die Teile zu fräsen, die Gewinde zu schneiden und den Locher zusammenzubauen. „In der Werkshalle konnten wir viel Neues sehen und entdecken”, freute sich Dominik Schwab, während sein Mitschüler Luca Schäfer erste Erfahrungen für sein Mechatronik-Praktikum im Herbst sammeln konnte. Anhand einer vollautomatischen CNC-Maschine demonstrierte Ausbildungsleiter Michael Kirstein den aufgeweckten Technikschülern anschließend, wie der Computer dieselben Arbeiten im großen Stil und hochpräzise ausführt.
„Hier in Remchingen gibt es ein tolles Zusammenspeil zwischen der Realschule und den Betrieben”, freute sich Schulleiter Libicher und bedankte sich, dass die beiden Unternehmen weder Zeit noch Material scheuten und die durchaus knifflige Herausforderung des Locherbaus angepackt haben, „Es ist uns wichtig, den Schülern so früh wie möglich Einblicke in die Arbeitsprozesse zu geben.” Kunzmann-Geschäftsführer Klaus-Peter Bischof und Felix Casper gaben das Lob unisono zurück. So sei die Schule ein äußerst wertvoller Vorort-Lieferant des „heiß umworbenen jungen Kapitals”. Casper lobte, dass beispielsweise der Techniklehrer nicht stur am Lehrplan festhalte, sondern sich darüber hinaus in der Firmenkooperation engagiere: „Das ist ein unglaublicher Gewinn für jeden Jugendlichen.” Während die Locher nun in die Hände der Schülermitverantwortung (SMV) zum Verkauf zugunsten der Schule gehen, wollen die Beteiligten auch in Zukunft an der Kooperation festhalten und das gusseiserne Büro-Set weiter komplettieren. Die Wirkung zeigt sich indes nicht nur auf dem Schreibtisch, sondern bereits in den Unternehmen: So hatte Tobias Fränkle beim Tesa-Abroller noch als Schüler Hand angelegt. Nun befindet sich der Nöttinger im ersten Ausbildungsjahr zum Mechatroniker bei Kunzmann: „Der nette und freundliche Umgang im Schulprojekt und die Faszination an den High-Tech-Maschinen hat damals meine Begeisterung geweckt.”

Fotobeschreibung:
IHRE SELBSTGEMACHTEN LOCHER durften die Achtklässler der Carl-Dittler-Realschule zusammen mit Michael Kirstein (hintere Reihe von links) und Klaus-Peter Bischof (Kunzmann Fräsmaschinen), Felix Casper und Matthias Herrmann (Casper Guss) sowie Schulleiter Jürgen Libicher und Techniklehrer Siegfried Guigas entgegennehmen. Foto: Zachmann

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