Auf einer Wellenlänge lässt’s sich umso leichter lernen

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Schülermentoren unterstützen ihre jüngeren Mitschüler an Remchinger Relaschule 

Remchingen (zac). Die aktuellen Bundesligaergebnisse oder den letzten Modeschrei würde man wohl eher bei den Gesprächen der Remchinger Realschüler in der verdienten großen Pause erwarten als angeregte Diskussionen über die Hausaufgaben und den Lernstoff für die nächste Klausur. Dass sie von ihren jüngeren Mitschülern in jüngster Zeit immer häufiger auf letztere Themen angesprochen werden, freut die Neuntklässlerin Sophie Guthmann und den Zehntklässler Niklas Erndwein: Die beiden gehören zum fast 20-köpfigen Team der Schülermentoren, die seit diesem Schuljahr zusammen mit einer Aufsichtsperson jeweils in der siebten Stunde ein freiwilliges, lockeres Lern- und Nachhilfeangebot für alle Fünf- bis Siebtklässler der Schule anbieten.    

Ein Angebot von Schülern für Schüler, das ankommt – vor allem deshalb, weil die Kommunikation auf einer Wellenlänge und ohne Hemmschwelle für Fragen läuft: „Wenn wir den anderen die Themen nach dem Unterricht noch einmal in unserer Sprache beibringen, so wie wir sie verstanden haben, verstehen sie sie umso besser“, bringt es Louisa Feinauer auf den Punkt, die sich selbst den Lehrerberuf vorstellen könnte. „Von Schüler zu Schüler kann man einfach noch offener reden – auch über ganz andere Themen, die einen gerade bewegen“, ergänzt Niklas Erndwein, während Sophie Guthmann immer wieder begeistert ist, wie sich die Noten der Schüler nach ein paar Wochen sichtlich verbessern: „Außerdem macht es allen Spaß – so ein Angebot hätte ich mir in der fünften Klasse auch gewünscht.“ Diese Erfahrungen seien noch viel wertvoller als ein kleines Taschengeld, das die Mentoren neben einer Bescheinigung für Bewerbungen bekommen. „Auch wir können davon profitieren und lernen immer wieder Neues dazu. Ich helfe gerne anderen Menschen und noch dazu passt das Mentorenprogramm zu meinem späteren Berufswunsch“, erklärt Anna Beffert, die Erzieherin werden möchte und demnächst auch eine Ausbildung als Trainerin im Turnverein beginnt.  

Um die Mentoren auch fachlich und didaktisch auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten, kam der freiberufliche Dozent Eberhard Krämer im Auftrag der Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM) Heilbronn im Rahmen des landesweiten Mentorenprogramms „Talent!? Bring dich ein!“ für einen zweitägigen Workshop an die Schule. Unter anderem aus den Bereichen Lernpsychologie, Kommunikation, Rollenverständnis und Eigenmanagement erarbeiteten die jungen Mentoren gemeinsam die für ihren Einsatz relevanten Themen.  

Verantwortung zu übernehmen sei eines der Leitprinzipien im Schulkonzept, verdeutlichen auch Rektorin Ute Westphal und Schulsozialpädagogin Julia Reinhard – genau dies können die unterschiedlichen Mentorenprogramme bieten, die an der Carl-Dittler-Realschule von den Schulsanitätern über Streitschlichter, Patenschaften bis hin zu den Medienmentoren reichen. In Kürze soll es zudem eine Ausbildung für „Spielementoren“ geben: Die älteren Schüler sollen den jüngeren Lust auf kreative Bewegungs- und Spielmöglichkeiten in der großen Pause machen – und sie gleichzeitig bei der Durchführung unterstützen.  

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Auf ihren Einsatz für die jüngeren Mitschüler bereitete Dozent Eberhard Krämer (rechts) die neuen Schülermentoren der Remchinger Realschule vor, zu denen auch Zehntklässlerin Areesha (vorne links) und Neuntklässlerin Samina (Mitte) gehören. Foto: Zachmann