Carl-Dittler-Realschule will beim Handwerkswettbewerb wieder durchstarten
Die Technik-AG der Carl-Dittler-Realschule Remchingen rund um Techniklehrer Siegfried Guigas hat in den letzten Jahren schon einige Projekte von einer Pausenhofuhr bis zur Entschleunigungsliege auf die Beine – oder besser den Schulhof – gestellt. Auch in diesem Jahr sind die Jugendlichen wieder bei Handwerkswettbewerb der Würth AG dabei und wollen den Sieg mit einem Boulderfelsen einfahren.
Schon längere Zeit hatten sich einige Schülerinnen und Schüler eine Klettermöglichkeit gewünscht. Die Idee fand sowohl bei der Schulleiterin als auch bei der Technik AG Anklang. Ein passender Platz war schnell gefunden: Ein abgesägter Baumstumpf auf dem Pausenhof musste nun endgültig weichen. Stattdessen steht dort nun eine 2,90 Meter hohe und vier Meter breite Wand aus massivem Stahlbeton, die rechts und links mit Felsen eingerahmt wird. Von dort aus erreichen mutige Kletterer die Wand des Schulgebäudes, wo die Kletterroute um das Gebäude herum weiterführt. Die eigens gefertigten Firmengriffe zeigen, wer beim Bau des Projektes beteiligt war. Denn ohne die vielen helfenden Hände hätte das bisher aufwändigste Projekt von Guigas und seiner AG vermutlich nicht so erfolgreich umgesetzt werden können. Involviert waren vor allem die Firmen Pfirmann Industriebau, Reeb Stahl- und Blechtechnik, Karl Casper Guss, Leicht + Müller, Kaufmann Micromechanik, Rosswag Engineering, Kunzmann Fräsmaschinen sowie der Steinbruch Dennig, Stengel Zimmerei und Holzbau, Baggerbetrieb Gerd Kröner, Elektro Walch und der Bauhof der Gemeinde Remchingen. Die Sparkasse Pforzheim Calw stellte zudem Gelder für das Projekt bereit, mit denen die Fallschutzmatten finanziert werden konnten.
Technik AG arbeitet mit viel Engagement und Liebe zum Detail
Nachdem sich die Nachwuchs-Handwerker mit DIN-Normen, Spielplatzverordnungen, Anforderungen an die Statik und Sicherheit beschäftigt hatten, ging es mit dem Lasermessgerät ans genaue Ausmessen und Anzeichnen. Die alte Baumwurzel wurde entfernt, das Fundament für den Boulderfelsen aufwändig vorbereitet und schließlich betoniert. Spektakulär war vor allem der Transport der fünf und sieben Tonnen schweren Sandsteinfelsen aus dem Steinbruch zur Schule. Die vier Meter hohen Schalungstafeln für die Boulderwand wurden verschraubt, mit Schalungsklammern auf eine Länge von vier Metern gespannt, mit dem Bagger auf Position gestellt und zuletzt eingeölt und verschraubt. Die Bauteile wurden zudem verstärkt, um die Statikervorgaben einzuhalten. Parallel lief die Herstellung der unikaten Klettergriffe, die die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Partnerbetrieben herstellten: Von hochtechnischen 3D-Edelstahldrucken über Formsandgießen, Fräsen, Drehen hin zum Schweißen von Blechformen konnten sie verschiedene Einblicke sammeln. Über 600 Löcher musste die Technik AG in Platten bohren, um die Griffe zu befestigen. Diese wurden am Schulgebäude verschraubt und die über 100 eigens gefertigten Griffe angebracht. Für die Kletterwand selbst hat die Gruppe Sandsteingriffe und -tritte gewählt. Besonders ist die Beleuchtung, die die Wand in Szene setzt.
Erfolg beim Würth Handwerkswettbewerb hängt auch von Voting ab
Der Boulderfelsen ist bereits das fünfte Projekt, das Guigas mit seiner Technik AG beim Würth Handwerkswettbewerb einreicht. Nach einem Innovationspreis und einem ersten Platz kamen sie letztes Jahr immerhin unter die Top 10. Und dieses Jahr? Das hängt zu einem großen Teil auch von Ihnen ab, denn nachdem eine Fachjury die besten 50 Projekte aus 200 ausgewählt hat, heißt es: Voten! Vom 20. bis 26. April können Sie Ihre Stimme abgeben und so dazu beitragen, dass die Realschule unter die ersten zehn Projekte kommt. Aus diesen wählt die Fachjury schließlich die Gewinnerteams aus. Der Wettbewerb richtet sich an Schulteams aus ganz Deutschland. Er soll den Teamgeist fördern und junge Menschen für das Handwerk begeistern. Natürlich gibt es auch tolle Preise zu gewinnen. Der leitende Schulamtsdirektor des Schulamts Pforzheim Volker Traub findet die Umsetzung des Boulderfelsens mehr als gelungen: „Toll, wenn Berufsberatung und -orientierung so praktisch abläuft.“ Auch Remchingens Bürgermeisterin Julia Wieland lobte das Engagement der Schülerinnen und Schüler: „Wahnsinn, dass ihr auch in den Ferien gearbeitet habt. Andere gehen in den Urlaub, ihr habt Beton gegossen.“ Möglich ist das nur durch engagierte Lehrer wie Guigas. Schulleiterin Ute Westphal betonte daher: „An diesem Beispiel sieht man mal wieder, was alles möglich ist, wenn man Projekte nicht nur begleitet, sondern auch lebt.“





